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Open Root Server Network

Das Open Root Server Network (Abk. ORSN) wurde 2002 von Markus Grundmann als Alternative zu den von der ICANN koordinierten DNS Root Nameservern ins Leben gerufen.

Die Aufgabe des ORSN ist es, die Namensauflösung im Internet durch ein weiteres Root-Server-Netzwerk sicherzustellen, das technisch zu 100 % kompatibel mit dem ICANN-Root ist, aber nicht der politischen Einflussnahme der ICANN ausgesetzt ist. ORSN ist nicht profit-orientiert und hat daher zum Beispiel nicht das Ziel, die eigene Root-Zone durch zusätzliche Top-Level-Domains zu erweitern, wie es von manchen Organisationen aus kommerziellen Gründen angestrebt wird.

Zwölf ORSN-Server befinden sich in Europa und werden von verschiedenen ISPs betrieben. Ein weiterer, seit 2005 von Paul Vixie betrieben, befindet sich in San Jose (Kalifornien) im Netz des ISC, wie auch ein lokaler Anycast-Knoten des F-ICANN-Root-Servers.

Ein Totalausfall des ICANN-Root-Server-Netzwerks wird durch die redundante Auslegung allgemein ausgeschlossen. Kritisiert wird dagegen häufig, dass die ICANN durch die Root-Server eine zu große Einflussnahme auf den Betrieb des Internets hat. Da die ICANN vertraglich dem US-Handelsministerium unterstellt ist, befürchten einige Kritiker, das Abschalten oder Umleiten bestimmter Top-Level-Domains könnte als Druckmittel zur Durchsetzung politischer Ziele genutzt werden.

Das ORSN-Projekt stellt keine Absonderung des Domain Name System dar, soll jedoch die Einflussnahme der ICANN einschränken. Des Weiteren erhoffen sich viele eine positive Nebenwirkung auf die Zugriffszeiten durch die Lastverteilung auf ICANN- und ORSN-Server.

Neben den Root-Servern, die nur von Betreibern eigener Resolver-Nameserver genutzt werden können, betreibt ORSN zwei öffentliche Resolver-Nameserver, die von jedem genutzt werden können. Sie sind unter den Adressen ns1.de.eu.orsn.net (217.146.139.5) und resolver.data-union.net (62.157.101.211) erreichbar und nutzen die ORSN-Root-Server.

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