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Internet2

Das Internet2 ist ein Projekt für ein schnelleres Internet, basierend auf einem Glasfaser-Backbone, das sehr hohe Bandbreiten bietet. Es wurde 1996 von der University Corporation for Advanced Internet Development (UCAID) initialisiert. Ob die UCAID das von ihr entwickelte Netz als Internet2 bezeichnen darf, ist umstritten. Der Begriff Internet2 sollte nicht mit dem Begriff Web 2.0 verwechselt werden, der seit ca. 2004 eine Evolutions-Stufe des World Wide Web, seiner Technik und seiner Nutzung bezeichnet.

Das Netz selber erhielt den Codenamen Abilene (in Anlehnung an die Stadt Abilene in Kansas, die als Endstation der Eisenbahn im 19. Jahrhundert zum Begriff wurde).

Ziel waren ursprünglich Übertragungsraten bis 2,48 Gbit/s und höher. Seit 2004 stehen 10 Gbit/s zur Verfügung. Beachtenswert ist, dass das Internet2 im Gegensatz zum Internet nicht aus dem militärischen Bereich entstanden ist. Die US-Streitkräfte betreiben verschiedene neuere, weltweite Netzwerke für Forschung, Verwaltung und Kampfeinsatz.

Das Internet2 verband seit dem 24. April 1998 115 amerikanische Universitäten und Forschungseinrichtungen. Anfang 2004 waren es bereits mehr als 200 US-Institutionen.

1999 haben auch deutsche, französische, italienische und britische Partnerorganisationen ein Memorandum of Understanding mit der UCAID unterzeichnet, um – im wahrsten Sinne des Wortes – Anschluss zu erhalten. Dies ist für Deutschland im Jahre 2000 gelungen. Am 30. Juni 2000 wurde das deutsche Internet2 eingeführt. Das so genannte G-WiN ist größtenteils auf 10-GBit-Leitungen aufgebaut und verbindet über 500 deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen. Es wird vom Deutschen Forschungsnetzwerk (DFN) betrieben. 2006 wurde es jedoch wieder abgeschaltet und durch das schnellere X-WiN ersetzt, das ebenfalls vom DFN-Verein betrieben wird. Im X-WiN sind Geschwindigkeiten von über 1.000 GBit/s (1 Terrabit/s) erreichbar.

Internet2 ist eine physische Kommunikationsstruktur und bezeichnet kein explizites Internet Protocol, es können sowohl IPv4 als auch IPv6 darauf genutzt werden.

2004 erreichte das Team um Professor Steven Low einen neuen Geschwindigkeitsrekord von über 101,1 Gbit/s auf der Strecke zwischen Los Angeles und Pittsburgh. Das selbe Team stellte ein Jahr zuvor den Rekord von 23,2 Gbit/s auf.

2007: Das Forschungsnetz Internet2 hat eine 100-Gigabit/s-Verbindung von der West- zur Ostküste der USA in Betrieb genommen. Die wichtigsten Stationen: Washington, Chicago, Kansas City, Salt Lake City, und Seattle. Zudem wurde ein Ring von Washington nach Atlanta und einer von Atlanta nach Kansas City gebaut. Hauptakteure beim Aufbau sind Level 3 Communications sowie das Global Research Network Operation Center (GRNOC) der Indiana University. Als Teilnehmer (Forschungsinstitute auf der Route) kann man sich mit 51 MBit/s bis 10 GBit/s mit dem Backbone verbinden. Das heutige Internet wird von den Forschern im Vergleich zu Internet2 als "Post zweiter Klasse" bezeichnet. In Deutschland ist ein Anschluss bis zu 10-Gigabit/s möglich.

2008: In Deutschland werden 20-Gigabit/s Anschlüsse realisierbar sein.

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